Das Geschlecht des Mathias Wallner hat in ununterbrochener Rechtfolge das Anwesen Hirschenbauerhube in Apriach seit mindestens dem Jahr 1750 in Besitz. Mein Großvater bewirtschaftete den Hof von 1938-1961.Durch den Zukauf der Tomelenzhube vergrößerte er den Heimgrund, der nun seit damals 11ha beträgt.

Das bewirtschaften der Felder geschah unter den schwierigsten Bedingungen. Mit dem Pferd und Schlitten wurde das Heu in die Scheune gebracht. Wenn die Felder zu steil wurden, musste man das Heu mit Stricken zusammenfassen und am Rücken nach Hause tragen. 1961 übernahm mein Vater als ältester und einziger Sohn von 8 Kindern den Hof. Noch bevor er  1963 heiratete, baute er eigenhändig dieses Haus, mein Elternhaus. 1965 wurde das Wirtschaftsgebäude dazu gebaut. Trotz 5 kleiner Kinder, der Arbeit im Haus, Stall und auf dem Feld, kochte meine Mutter für Arbeiter, die damals die Apriacher Landesstraße errichteten, um einen Teil der Schulden zu tilgen. Damals entstand die Grundidee Zimmer und Ferienwohnungen zu vermieten. 1968 wurden Seilaufzüge gebaut, mit denen man die Heuballen direkt auf die Tenne transportieren konnte. Für die damaligen Verhältnisse eine unheimliche Arbeitserleichterung. Erst 1985 konnte der erste Traktor gekauft werden. Wie die meisten Bergbauern hier, besitzen auch wir eine Alm. Der Almgrund, der teils von meinem Großvater, teils von meinem Vater gekauft wurde beträgt insgesamt 38ha, die heute noch  bewirtschaftet werden. 1980 wurde auf 1700m Seehöhe eine neue Almhütte gebaut, das Heiligtum meines Vaters. Sie ist herrlich gelegen, mit einer wunderschönen Aussicht auf den Großglockner.

 

Früher blieb der Senner den ganzen Sommer über auf der Alm. Jetzt wird unsere Hütte hauptsächlich an Gäste vermietet. Nachdem unsere alte Almhütte nach dem Tot meiner Großeltern lehr gestanden ist, hat es sich mein Vater zur Aufgabe gemacht, die Hütte auszubauen und damit einen Wohlfühlplatz für die ganze Familie zu erschaffen. So entstand mit großer Liebe zur Landwirtschaft, ungebrochenem Willen und harter Arbeit, durch Krieg und Friedenszeit dieser Hof. Das Werk vieler Generationen liegt darin und fordert alle Nachkommen dazu auf, auch ihren Teil dazu beizutragen damit in dieser allzu modernen und zivilisierten Welt noch ein Stück Natur bestehen bleibt.